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Bad Colberg-Heldburg

Wo Luthers Schüler Asyl fanden

Über der Kleinstadt Heldburg thront ihr Wahrzeichen, die Veste Heldburg, Sitz des Deutschen Burgenmuseums. Die Veste geht auf das 12. Jahrhundert zurück.und erfuhr im 16. Jahrhundert unter der ernestinischen Linie der Wettiner eine prägende aus Ausbauphase mit der Errichtung eines glanzvollen Schlossbaues. Nach Plünderungen im 30-jährigen Krieg und mehr als hundertjährigem Verfall veranlasste Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen die umfassende Erneuerung. 1982 vernichtete ein Großbrand den Französischen Bau, mit der deutschen Wiedervereinigung begann der erneute Wiederaufbau der Burg.
Bei der Bewertung der Veste Heldburg als Ort der Reformationsbewegung spielt das Bildprogramm an den beiden Erkern des Französischen Baus eine entscheidende Rolle. Herzog Johann Friedrich II. ließ im Zeitraum 1561 bis 1564 unter der Leitung des Baumeisters Nicolaus Gromann den Französischen Bau als eine neue Residenz im Stil der Hochrenaissance an der Hoffassade mit zwei Standerkern errichten. Die Standerker, zwei Kamine und eine Anzahl Portale im Innenraum erhielten eine reichhaltige steinbildhauerische Ausstattung. Mittels der bildhauerischen Darstellungen wurden am Französischen Bau religiöse, ethische und moralische Grundsätze des neuen evangelisch-lutherischen Glaubens, wie auch damit in Verbindung stehende Hoffnungen der Ernestiner und ihrer Verbündeten dargestellt.

Stadtkirche „Zu unserer lieben Frauen“

Für die Entfaltung des reformatorischen Glaubens steht als äußeres Symbol die Stadtkirche Heldburg. Mit dem Neubau im spätgotischen Stil wurde noch in katholischer Zeit, im Jahr 1502, begonnen. Die Fertigstellung der Kanzel und Taufstein erfolgte um 1536/1537 als protestantische Kirche. Die Reliefs der Seitentafeln der Steinkanzel gehen auf bekannte Cranach’sche Gemälde zurück und sind teilweise noch heute im Chorraum der Kirche vorhanden. Sie enthalten das theologische Programm von „Gesetz und Evangelium“, wonach Gottes Wort nach Gesetz und Evangelium zu unterscheiden ist. 1537 stiftete der Superintendent Friedrich Schwalbe, der um 1515 bei Martin Luther in Wittenberg studierte, für die Stadtkirche einen Taufstein, auf dem vier Engel mit Wappenschildern dargestellt sind. Eines der Schilder zeigt eine Schwalbe, das sprechende Wappen des Superintendenten. Die lateinische Umschrift des heute wieder genutzten Taufsteins lautet sinngemäß: „Sünder erlöst dier heilige Brunn durch heilsame Welle, nehmen im Herzen sie auf heilige Worte des Herrn, ihn zum Gebrauche des Hauses hab‘ ich Pastor Schwalbe gesetzt. Christo geb‘ ich mir dar und meine Herde zugleich. 1537.“ Friedrich Schwalbe war 1528 als Pfarrer im Erzbistum Bamberg wegen seiner lutherischen Gesinnung vertrieben worden, fand in Heldburg Asyl und wurde so zum Reformator des kleinen Städtchens.

Bereits 1512 hatte ein weiterer Schüler Martin Luthers auf dessen Bitte hin die Pfarrstelle im 5 Kilometer entfernten Westhausen angetreten – der Magister Jodocus Mörlin.  Man erzählt, dass die Bürger Heldburgs in Scharen zu Mörlin’s Predigten gepilgert sind, bevor sie selbst 1528 einen protestantischen Pfarrer erhielten.
 


Stadt- und Kirchenführungen sind buchbar über die

Touristinformation Bad Colberg
Hauptstraße 4
98663 Bad Colberg-Heldburg
Telefon: 036871 / 20159
info@bad-colberg-heldburg.de
www.bad-colberg-heldburg.de

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