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Die 7 wichtigsten Fragen zu Luther ... und Tipps für Reisen ins Lutherland

Hat Martin Luther vor 500 Jahren wirklich zum Hammer gegriffen?

Auf der Wartburg in Eisenach übersetzte Martin Luther das Neue Testament.  Nicht verpassen: die Nationale Sonderausstellung 2017!

Ein Muss für Kunst-Freunde: das Herzogliche Museum in Gotha zeigt unter anderem Werke von Cranach und aus seiner Werkstatt.

In der Altenburger St. Bartolomäikirche zu sehen: die Dauerausstellung "Georg Spalatin - Freiheit und Glauben".

Ein Meisterwerk über die Grundthemen der Menschheit: das Monumentalgemälde im Panorama Museum Bad Frankenhausen.

Johann Sebastian Bach hat viele Luthertexte vertont. Nicht verpassen: die Sonderausstellung "Ein feste Burg ist unser Gott: Luther und Bach" im Bachhaus Eisenach.

Großartige Lutherworte, die unseren Wortschatz bis heute prägen. Mehr dazu erfährt man im Lutherhaus Eisenach.

1. HAT MARTIN LUTHER VOR 500 JAHREN WIRKLICH ZUM HAMMER GEGRIFFEN?

Kirchenpolitisch betrachtet war Martin Luthers Protest gegen die Missstände innerhalb der katholischen Kirche in jedem Fall ein Hammer. Deshalb gilt sein Thesenanschlag als offizieller Beginn der Reformation - und das, obwohl das Ereignis gar nicht wissenschaftlich belegt ist. Ob der Reformator am 31. Oktober 1517 wirklich seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hat? Sicher ist nur, dass Martin Luther an jenem Tag seinen schriftlichen Protest einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg beigefügt hat.

Das Lutherland Thüringen feiert mit vielen Veranstaltungen, Festen und Ausstellungen das Jubiläumsjahr der Reformation. Denn die meisten historischen Lutherstätten liegen zwischen Altenburg, Jena, Erfurt und Eisenach.

TIPP: Eine Tafel wird zur Konzertbühne - 95 Künstler schaffen am 9. September eine besondere Installation auf dem Erfurter Domplatz - mehr lesen

 

2. WIE HAT LUTHER DIE DEUTSCHE GESCHICHTE BEEINFLUSST?

Die Reformation hat nicht nur Deutschland, sondern die Welt verändert. Aber Martin Luthers Ideen hatten hierzulande einen besonders großen Einfluss. Die Familie als Ordnungsstruktur, der Pietismus, die Institution des evangelischen Pfarrhauses haben unsere Gesellschaft geprägt. In die Politik eingemischt hat sich Martin Luther, als er sich während des Bauernkriegs auf die Seite der Mächtigen schlug.

Wer sich für den Einfluss Luthers auf uns und unser Land interessiert, darf die Nationale Sonderausstellung "Luther und die Deutschen" (4. Mai bis 5. November 2017) auf der Wartburg nicht verpassen.

TIPP:  An der historischen Druckerpresse auf der Wartburg kann man sich sein eigenes Souvenir herstellen.

 

3. WIE SAH DER REFORMATOR AUS?

Wir kennen Martin Luther in erster Linie so, wie sein Freund, der berühmte Maler Lucas Cranach d. Ä., ihn sah und malte. Der Künstler lernte Luther in Wittenberg kennen. Mit seiner Werkstatt wurde Cranach zum Maler der Reformation. Er fertigte zum Beispiel einige Doppelportäts der Eheleute Luther an, auch aus Propaganda-Gründen: Ex-Mönch heiratet entlaufene Nonne, das war neu! Die Malerwerkstatt gestaltete auch deftige Flugblätter gegen den Papst und malte "Gesetz und Gnade"-Bilder, die die Luther-Lehre veranschaulichten.

Im Herzoglichen Museum in Gotha und in der Cranach-Galerie im Weimarer Stadtschloss hängen einige sehr schöne Cranach-Werke.

TIPP: Nach dem Besuch der Cranach-Galerie in Weimar den Reformationsaltar von Lucas Cranach d.J. in der Stadtkirche St. Peter und Paul  besuchen.

 

4. WAS WOLLTE DER MANN EIGENTLICH?

Sich mit Geld von den Sünden freikaufen? Das fand Luther abwegig, er wollte den Menschen die Angst vor einem schrecklichen Jenseits nehmen. Der Reformator setze sich für eine Rückbesinnung auf den Text der Bibel ein. Seine Glaubensgrundsätze lauten daher: sola fide, sola gratia, sola scriptura. Allein durch den Glauben erhält ein Christ die Gnade Gottes. Einzige Quelle der Erkenntnis ist für Martin Luther die Bibel.

TIPP: Die Ausstellung "Georg Spalatin - Freiheit und Glauben" in der Altenburger St. Bartholomäikirche erklärt die Lutherlehre.

 

5. WARUM WAR LUTHER GEGEN DIE BAUERN?

Martin Luther verdankte sein Leben Friedrich dem Weisen, der immer wieder schützend die Hand über ihn gehalten hatte. Außerdem wollte er gerne, dass seine Kirche in Sachsen Staatskirche wird. Luther wollte die Kirche reformieren, nicht aber die politischen Verhältnisse revolutionieren. Er war erschrocken darüber, dass die Bauern sich auf ihn beriefen, als sie mehr Rechte und Freiheiten forderten. Der Reformator fürchtete ein Blutbad und mahnte zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Später allerdings forderte er die Kurfürsten sogar dazu auf, den Aufstand gewaltsam niederzuschlagen.

TIPP: Ein Besuch im Panorama Museum in Bad Frankenhausen: Das 123 Meter lange Bauernkriegsgemälde, das Werner Tübke noch im Auftrag der DDR malte, ist ein Meisterwerk über Geschichte und Glaube, über Leid, Lust, Gut und Böse.

 

6. KANNTE DENN BACH LUTHER?

Er wuchs mit seinem geistigen Erbe auf. Der Schultag des kleinen Johann Sebastian Bach startete nämlich jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr mit einem Lutherchoral. Später hat der Komponist die meisten Lutherlieder vertont. Sie inspirierten ihn sogar zu großen Choralkantaten. So hat Bach viel zur Verbreitung des evangelischen Glaubens beigetragen.

Im Bachhaus in Eisenach widmet sich 2017 eine Sonderaustellung eben diesen Choralkantaten Bachs. Außerdem wurde ein neuer Ausstellungsraum eröffnet, der Bachs Lutherbibliothek zeigt.

TIPP: Das Bachhaus hat einen Chor bei der Aufnahme der acht Lutherkantaten begleitet und das Projekt multimedial dokumentiert. Reinhören!

 

7. WAR LUTHER AUCH EIN DICHTER?

Martin Luther war nicht der erste, der die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche übertrug. Aber seine Übersetzung war mit Abstand die beste. Sie bewegte die Menschen, wurde zum Bestseller. Der Reformator schuf beim Übersetzen großartige Ausdrücke, die wir heute gar ncht mehr mit ihm in Verbindung bringen: Ebenbild, Wortgezänk, Lückenbüßer, Lästermaul, Feuertaufe, Perlen vor die Säue werfen oder im Dunkeln tappen zum Beispiel. So brachte Martin Luther die deutsche Schriftsprache voran, er gilt sogar als derjenige, der sie überhaupt erst schuf. Auch wenn für unsere Ohren manches altertümlich klingt - Martin Luthers Sprachgewalt ist auch heute noch beeindruckend. Die Lutherbibel gehört zum Kanon der Weltliteratur.

TIPP: Das Lutherhaus in Eisenach zeigt eine spannende Dauerausstellung mit multimedialen Elementen zum Thema "Luther und die Bibel".

 

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