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Die Rückkehr nach Wittenberg

Nachdem Luther einst aus Wittenberg fortgegangen war, predigte Andreas Rudolf Bodenstein - besser bekannt unter dem Namen Karlstadt - in Wittenberg. Er vertrat eine strenge Meinung zur Reformation und war vor allem für die Abschaffung von Klöstern, Opfergebeten und Bildern in der Kirche. Die Bürger wurden zusehends unruhig und aufgestachelt. Tumulte und Unruhen waren die Folge als schließlich der Stadtrat die Neuerungen in der Gottesdienstordnung umsetzen ließ und weitreichende Maßnahmen gegen Armut und Unzucht, wie von Luther seit 1520 vorgeschlagen, umsetzte.

Des weiteren verließen immer mehr Nonnen und Mönche aus Protest die Klöster. Thomas Müntzer und der Visionär Nikolaus Storch wurden sogar aus dem Zwickauer Kloster ausgewiesen, weil sie vehement gegen die Kindertaufe vorgingen. Die Unruhen verschärften sich weiter.

In dieser Not wandten sich die Stadtväter Wittenbergs an Luther, der ihrem Hilferuf folgte und bald in die Stadt zurückkehrte. Innerhalb einer Woche gelang es ihm, die aufgebrachten Bürger davon zu überzeugen, das maßvolle Reformen das Mittel der Stunde seien. Innerer Sinneswandel und Umdenken seien wichtiger als Bilderbeseitigung und dergleichen. Er führte das evangelische Abendmahl ein und ließ sogar eine Fronleichnahmsprozesssion stattfinden.

Nachdem der alte Stadtpfarrer Simons Heins 1523 verstorben war, wurde Johannes Bugenhagen auf Luthers Vorschlag hin zum Nachfolger ernannt.

Der radikale Bruch mit den katholischen Lehren und Gottesdienstformen blieb also vorerst aus und Luther distanzierte sich sichtlich von den "Schwärmern", welche tiefgreifende Reformen notfalls auch mit Gewalt umsetzen wollten. Er erfuhr im Zuge dessen auch weitreichende Unterstützung  aus den Reihen der "Böhmischen Brüder" und der gemäßigten Hussiten, welche zwar ihren Traditionen treu blieben, aber für reformatorische Denkanstöße empfänglich waren.

Die erste deutsche Messe hielt Martin Luther am 29. Oktober 1525 ab. Ein Jahr später veröffentlichte er eine evangelische Gottesdienstordnung.

Martin und Katharina

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