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Die späten Jahre des Martin Luther

Nach den einschneidenden Ereignissen und Erfolgen in Augsburg trat Luther allmählich in den Hintergrund und agierte nur noch als Seelsorger und Publizist. Bis kurz vor seinem Tod hielt er noch Vorlesungen in Wittenberg.

In der Zeit der Türkenkriege trat er zunächst für die Zwei-Reiche-Lehre ein und erklärte, dass es nicht Aufgabe der Kirche sei, zu Kriegen aufzurufen oder sie selbst zu leiten. Seiner Ansicht nach fiel die Verteidigung gegen die Türken allein der weltlichen Obrigkeit zu, der jeder Mensch Gehorsam schulde. Mit dem Glauben jedoch habe das seiner Ansicht nach nichts zu tun. Damit widersprach Luthers Ansicht in allen Punkten der Praktik der Kreuzzüge. Den Krieg gegen die Türken rechtfertigte er aber als Verteidigungskrieg durchaus. Als man ihm aber schließlich vorwarf, die Einheit der Christen im Kampf gegen die Türken zu untergraben, widerrief er seine Aussagen und machte in der "Heerpredigt wider die Türken" eindeutig klar, dass es gerade die Aufgabe der Christen sei "getrost dreinzuschlagen".

Auch befürwortete er die Verfolgung der Täuferbewegung, obwohl er einst die Ansicht vertrat, "Ketzer verbrennen sei wider den Willen des Heiligen Geistes".

Wenige Jahre vor seinem Tod veröffentlichte er weitere kritische Schriften wie zum Beispiel "Von den Jüden und jren Lügen" (1543) und "Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet" (1545).

Obwohl er in den letzten Jahren gesundheitlich schwer angeschlagen war und mit einem chronischen Herzleiden zu kämpfen hatte, reiste er im Januar 1546 nach Eisleben, um einen Streit zwischen den Mansfelder Landgrafen zu schlichten. Er verstarb schließlich dort am 18. Februar des gleichen Jahres. Sein Leichnam wurde wenige Tage nach seinem Tod nach Wittenberg überführt und in der Schlosskirche beigesetzt. 

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