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Eisenach ... Keine andere Stadt kennt mich besser

Martin Luthers Beziehung zu Eisenach begann mit seiner hier 1497 einsetzenden Schulzeit und hielt ein Leben lang. Luthers Schulgebäude stand bis 1507 südlich der Georgenkirche. 1501 wechselte Martin Luther von Eisenach zum Studium nach Erfurt. Ab dem 4. Mai 1521 lebte er für rund 300 Tage auf der Wartburg. „In Eisenach sitzt nämlich fast meine ganze Verwandtschaft, und ich bin daselbst bei ihr bekannt und ... wohlangesehen; keine andere Stadt kennt mich besser“, wie er später resümiert. Dass er Eisenach auch als Pfaffennest empfand, entsprach der Realität: Etwa jeder zehnte Einwohner gehörte dem geistlichen Stand an.

Lebt Luther noch, oder haben sie ihn gemordet?

Der bis in die Gegenwart populärste Bewohner der über 1.000 Jahre alten Wartburg bei Eisenach war Martin Luther. Während der Rückreise von Worms nach Wittenberg wurde er in der Nacht des 4. Mai 1521 in den Wäldern zwischen Möhra und Eisenach „Opfer“ eines vorgetäuschten Überfalls. Der päpstliche Bann und das vor seiner Verkündung stehende „Wormser Edikt“ waren für den um die Erneuerung der Kirche ringenden Martin Luther lebensbedrohlich geworden. Darum brachte man ihn auf die Sicherheit gewährende kurfürstlich-sächsische Wartburg. 300 Tage brachte er hier inkognito zu – teils verkleidet als „Junker Jörg“. Für die Öffentlichkeit wurde es scheinbar ruhig um den Reformator. Meldete er sich bei Eingeweihten doch brieflich, dann mit verschleiernden Absendern wie aus der „Region der Vögel“, aus dem „Luftrevier“, aus der „Wüstenei“ und „Einsiedelei“. Der Maler Albrecht Dürer, der offenbar nicht zu den wenigen Eingeweihten gehörte, fragt in seinem Tagebuch „lebt er noch oder haben sie ihn gemordet“? Er lebte – wenn auch zuweilen unter körperlichen Qualen, teuflischen Anfechtungen, Gefühlen ein Deserteur zu sein und in der Ohnmacht, die teils beunruhigenden Vorgänge „draußen“ nur brieflich begleiten und kommentieren zu können.

Die Lutherstube der Wartburg präsentiert sich im wesentlichen so wie zu Luthers „Haftzeit“. In der kleinen Zelle hatte Luther in nur wenigen Wochen den größten Teil der Bibel ins Deutsche übersetzt. Das insgesamt 222 Blätter im Folioformat umfassende Werk wurde sofort ein Bestseller; allein im Jahr 1522 erschienen 12 Nachdrucke.

 

An Luther in Eisenach erinnern:

  • die Wartburg, in der Martin Luther in Schutzhaft das Neue Testament ins Deutsche übersetzte;
  • das Lutherhaus; in dem der Schüler Martin Luther von 1498 bis 1501 bei einer Gewissen Familie Cotta wohnte 
  • die Georgenkirche, in welcher der Lateinschüler Luther gesungen und von deren Kanzel der Reformator Luther mehrfach gepredigt hat; 
  • die Nikolaikirche, in der mit Konrad Hutter ein weitläufiger Verwandter Luthers Küster war. Beeindruckend am Innern der Kirche ist die Duplizität zur Wartburg.
  • das Nikolaitor, durch welches Luther bei all seinen Reisen via Eisenach kam und ging. Durch dieses Tor wurden während des "Bildersturms" im April 1525 die Mönche und Nonnen aus der Stadt getrieben.
  • Unweit von Nikolaitor und -kirche steht auf einem Marmorsockel das von Adolf von Donndorf 1895 geschaffene Lutherdenkmal. Unter der überlebensgroßen Figur zeigen Reliefs Szenen aus dem Leben Luthers in Eisenach und auf der Wartburg.


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