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Erfurt

Hier begann einer der folgenreichsten Wandlungsvorgänge der Kirchengeschichte

In Erfurt, wo er ab 1501 studierte und 1505 in das Augustinerkloster eintrat, liegen wichtige Wurzeln von Martin Luthers Theologie und der Reformation. In seinen späten Jahren zitiert Luther einen Erfurter, der ihm gesagt habe „es muss eine Änderung werden, und die ist groß; es kann also nicht bestehen.“ Selbstbewusst ergänzte Luther diese Erinnerung in einem seiner Tischgespräche um den Satz: „Ich meine, es sei geschehen!“ Tatsächlich markiert der in Erfurt vollzogene Wechsel vom Studenten zum Mönch den Beginn eines der größten und folgenreichsten Wandlungsvorgänge der Kirchengeschichte.

Dass Luther für sein Jurastudium nicht Leipzig sondern Erfurt den Vorzug gab, hat am international guten Ruf der 1392 gegründeten Erfurter Alma mater gelegen. Daran änderte insgesamt auch nichts, wenn Luther die Universität gelegentlich sehr kritisch beurteilte: Erfurt sei „nichts besseres gewesen denn ein hurhauß und bierhauß“ und diese „zwo lectiones“ hätten die Studenten allda am fleißigsten gehört. Als Rektor Crotus Rubianus im April 1521 seine Amtszeit beendete, würdigte dieser in seinem Abschlussbericht auch Martin Luther. Immerhin habe dieser es nach einem ganzen Jahrhundert als erster gewagt, „die römische Frechheit mit der Heiligen Schrift zu zügeln“, schrieb er in seinem von Buchmalerei geschmückten Bericht.

Von teils mehrmonatigen Unterbrechungen abgesehen, währte Martin Luthers Aufenthalt im Augustinerkloster vom Sommer 1505 bis zum Herbst 1511. Die Stadt Erfurt besuchte der Reformator Martin Luther jedoch auch danach mehrfach.        



An Luther in Erfurt erinnern u.a.:      

  • Das Augustinerkloster mit Klosterkirche. Unter dem Eindruck eines schweren Gewitters bei Stotternheim hatte der Jurastudent Martin Luther gelobt, ein Mönch zu werden. Am 17. Juli 1505 klopfte er an die Pforte des Konvents der Augustiner-Eremiten;
  • Die Georgenburse. In dem unweit des Augustinerklosters stehenden Haus wohnte Martin Luther als Student – woran künftig eine kleine Ausstellung erinnern wird;
  • Die Michaeliskirche. In der im Mittelalter von der Universität genutzten Kirche predigte Luther mehrfach;
  • Der Domberg mit Mariendom und Kirche St. Severi. Nach seinem Eintritt in das Augustinerkloster empfing Luther in einer Kapelle des Doms im April 1507 die Priesterweihe, im „Coelicum“ des Doms hielt er 1509 eine Vorlesung;
  • Die einstige Humanistenstätte Engelsburg, in welcher Luther mehrfach übernachtete;
  • Die Barfüßerkirche. In der 1944 zerstörten, bis in die Gegenwart als Ruine erhaltenen Kirche, hat Luther gepredigt;
  • Das 1899 geschaffene Lutherdenkmal vor der Kaufmannskirche. In dem Gotteshaus predigte Luther; 
  • Das Rathaus. Den Korridor im zweiten Geschoss des Gebäudes schmücken sieben großformatige Wandgemälde, die Martin Luther im Zusammenhang mit Erfurt oder Ereignissen in der Stadt zeigen; 
  • Die Andreaskirche. An einer Innenwand hängt eine hölzerne, farbig gefasste Tafel, auf der Martin Luther als lebensgroßes Relief abgebildet ist. Diese Tafel bildete die Vorlage für die bronzene Grabplatte Luthers.
  • Der Lutherstein in Stotternheim bei Erfurt. Hier ereignete sich am 2. Juli 1505 jenes Gewitter, welches dem Leben Martin Luthers eine entscheidende Wende geben sollte. der Blitzsschlag habe ihn derart erschüttert, dass er gerufen habe: "Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!"

 

 

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