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Orlamünde

"...dass du den Hals brächest", rief man Luther hinterher

Der Ort erlangte während der Reformation Bedeutung durch das Wirken des radikalen Reformers Andreas Bodenstein (1486-1541), genannt Karlstadt. Der besaß hier Pfründe und hatte 1523 die Pfarrei Orlamünde übernommen.  Beunruhigt von den Vorgängen im Saaletal, hatte Luther sich vom Kurfürsten eine Erlaubnis zur Visitation eingeholt, die er im Sommer 1524 realisierte. Nachdem er wenige Tage zuvor in Jena war, folgte er am 16. August einer Einladung zu einer Versammlung mit dem Rat und den Bürgern von Orlamünde. Man kam in kaum einem Punkte überein. Der ansonsten wortgewaltige Reformator Luther war in Not geraten - dies dann sogar körperlich, wie er sich später erinnert: „fahr hin in tausend Teufels Namen, dass du den Hals brächest, ehe Du zur Stadt hinaus kömmst“, sollen die aufgebrachten Orlamünder ihm beim eiligen Davonfahren als „Segen“ mitgegeben haben.

 

An Luther in Orlamünde erinnern:

  • Die Stadtkirche St. Marien am Kemenatenberg. Aus der Zeit, da hier Karlstadt predigte (Gedenkstein), ist im Inneren nichts mehr vorhanden. Ein seltenes Beispiel für die im 16. Jahrhundert verbreitete Porträtdarstellung führender Vertreter des Protestantismus ist die Gedenktafel aus Pappmaché für den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich;
  • Das Doppelhaus Markt 44/46. Im nicht mehr vorhandenen Saal der ehemaligen Raststätte versuchte Martin Luther die Orlamünder seinerzeit auf den rechten Weg zurückzubringen. Das auf historischen Kellern stehende Doppelhaus ist ein Bau aus nachreformatorischer Zeit. Eine Tafel erinnert an das hier stattgehabte Streitgespräch zwischen Martin Luther und den Orlamündern.

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