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Ungewöhnliches Exponat im Schloss Bertholdsburg

Er klebt in einem der dicken Bände aus der frühen Zeit des Buchdrucks. Und es steht fest, dass dieser Band nicht mit Zufall gewählt wurde. Er enthält neben den "Commentarii in Epistolas Canonicas" von Johann Calvin auch ein Werk von Hieronymus Weller aus dem Jahr 1558 - "In Epistolas et Evangelia Dominicalia expositiones plae, breves, eruditea". Weller, ein langjähriger Hausgenosse und treuer Verehrer Martin Luthers, wird im Brief erwähnt: "Doktor Hieronymus Weller hat eine Freiberger Jungfrau als Gattin heimgeführt", schreibt er an Justus Jonas. Und weiter: "Bei den Hochzeitsfeierlichkeiten oder vielmehr bei dem kleinen (nachträglichen) Festmahl wirst du doch anwesend sein. Aber unmöglich ist mir´s, einen solchen Aufwand dafür, wie ihn mir Weller zumutet, zu leisten, wenn er seine Wünsche nicht mäßigt."

Unklar ist, warum die Handschrift in Vergessenheit geriet. Es mag am rein privaten Inhalt liegen, an fehlenden berüchtigten Luther-Worten und der mangelnden Bedeutung für die Luther-Forschung. An der Echtheit jedoch bestehen, von der Erfurter Bibliotheksgesellschaft nachgewiesen, keine Zweifel.

Das Original selbst kann man als Besucher der Bertholdsburg aus konservatorischen Gründen leider nicht in Augenschein nehmen. Nur zur Museumsnacht am 16. November wird es eine Ausnahme geben. Luthers Zeilen kann man aber dennoch jederzeit lesen - als Nachdruck mit deutscher Übersetzung.

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