Seite empfehlen:

Weimar

 „Hier gehet es mir wohl!"

Für Martin Luther war die Stadt an der Ilm ein während seiner Reisen gern genutzter Ort zum Übernachten. Ebenso oft steuerte er allein die Stadt zielgerichtet an in den Jahren, da sich die reformatorischen Gedanken ausbreiteten und diskutiert wurden. Weimar gehörte seit der wettinischen Landesteilung von 1485 zum Territorium der Ernestiner. Unter Herzog Johann dem Beständigen setzte sich die Reformation hier schnell durch. Die Niederlage und Gefangennahme von Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige (1503 – 1554) während der Schlacht von Mühlberg (1547) führte zum Verlust der Residenz Torgau, der Universitätsstadt Wittenberg und der Kurwürde an Moritz von Sachsen. Des Kurfürsten Frau, Sibylle von Kleve und der Hofstaat, fanden Zuflucht in Weimar. Nach der Freilassung aus nur fünf Jahren verbüßter, lebenslang verhängter kaiserlicher Gefangenschaft im Jahr 1552, wählte Johann Friedrich Weimar zur neuen Residenz der Ernestiner. Mit Friedrich kam auch Lucas Cranach nach Weimar.

1540, fünf Jahre vor seinem Tod, lässt der 57-jährige Luther aus Weimar seine „herzliebe Käthe, Doctorin Lutherin etc. ... untertäniglich wissen, daß mirs hier wohl gehet. Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher, das sei Gott gedankt, Amen.“ Zu diesem Aufenthalt war Luther gerufen worden, weil sein in reformatorischen Fragen engster Verbündeter Philipp Melanchthon (1497-1560) in Weimar mit dem Tode rang. Doch das „Wunder“ geschah, der Schwerkranke wurde gesund. Dieser sommerliche Aufenthalt sollte Luthers letzter von vielen in Weimar gewesen sein. Ein erster ist für das Jahr 1518 verbürgt, vermutlich aber war schon der junge Mönch Luther in Weimar, wo sein Orden ein Terminierhaus unterhielt.

 

An Luther in Weimar erinnern:

  • Die Stadtkirche St. Peter & Paul (Herderkirche), in welcher Luther predigte. Der Taufstein und einige Kelche sind Inventar aus lutherischer Zeit. Epitaphien und Grabplatten stellen auch Regierende jener Epoche dar. Von Lucas Cranach begonnen und von seinem Sohn 1555 vollendet, wurde der Flügelaltar in der Stadtkirche. Das dreiteilige Werk zeigt auch Martin Luther mit aufgeschlagener Bibel. Neben ihm steht der vom Blutstrahl Christi getroffene Lucas Cranach;
  • Das Stadtschloss mit der Cranach-Galerie. In der als „Himmelsburg“ bezeichneten, von einem Brand vernichteten Schlosskirche, hat Luther gepredigt. Unter den in der Cranach-Galerie im Schloss zu sehenden Werken aus der Werkstatt Cranachs befindet sich das um 1522 in Wittenberg entstandene Porträt „Martin Luther als Junker Jörg“;   
  • Das ehemaliges Franziskanerkloster (Am Palais). In der nur in Resten überkommenen Klosterkirche hat Martin Luther gepredigt;
  • Der Lutherhof. In einem nicht mehr vorhandenen Haus dieses Wohnquartiers hat ein „Gevatter“ Martin Luthers gewohnt und der Reformator selbst bei ihm übernachtet;
  • Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Zum Bestand des Hauses gehört eine einzigartige Bibelsammlung. Herzstück dieser wiederum ist eine prachtvolle Lutherbibel aus dem Jahre 1534. Kostbar ist auch das in hellem Schweinsleder gebundene Stammbuch von Heinrich Kohlhans mit Autographen u.a. von Martin Luther und Nikolaus von Amsdorf. 

 

 

LUTHERFINDER in Weimar

LUTHERFINDER in Weimar

Ist Weimar überhaupt ein Lutherort? Mit Lutherfindern erfahren, was das Palais, das Stadtschloss und die Stadtkirche St. Peter und Paul mit Luther zu tun haben.

mehr
Wege zu Cranach

Wege zu Cranach

Lucas Cranach der Ältere - einer der spannendsten Künstler seiner Zeit und Freund Martin Luthers - verbrachte seine letzten Lebensjahre in Weimar. Sein Grab befindet sich auf dem Jakobsfriedhof.

mehr

Kommentare

Luther to go

Luther to go

Das digitale Erlebnis Lutherweg - mit Karten, Höhenprofilen, Tourenplaner und allen wichtigen Ausflugszielen am Weg . mehr